Wasserkraft

Bedeutung der Wasserkraft für die Region

Die Wasserkraft ist seit Generationen ein zentraler Bestandteil unserer Region. Sie prägt nicht nur die Landschaft, sondern auch unsere Wirtschaft, unsere Arbeitsplätze und unsere Energieversorgung. Was oft selbstverständlich wirkt, ist in Wirklichkeit von grosser Bedeutung: Ein erheblicher Teil des Stroms in der Schweiz stammt aus Wasserkraft und das Wallis spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Mit einer Jahresproduktion von rund 10 Terawattstunden (TWh) liefert der Kanton etwa 28% der gesamten Schweizer Wasserkraftproduktion. Anders gesagt: Rund jede vierte Kilowattstunde Wasserkraft stammt aus dem Wallis. Besonders die Anlagen im Saas- und Mattertal leisten einen wichtigen Beitrag, insbesondere im Winter, wenn Strom knapp ist und die Versorgungssicherheit besonders wichtig wird.

Wasserkraft ist damit weit mehr als eine technische Infrastruktur. Sie ist ein strategisches Rückgrat für das Wallis und insbesondere für das Saas- und Mattertal. Gleichzeitig ist sie ein wirtschaftlicher Faktor: Sie schafft Arbeitsplätze, generiert Einnahmen für die Gemeinden und stärkt die gesamte Region.

Ausgangslage und zukünftige Entwicklung

Vor diesem Hintergrund stehen wir vor einem entscheidenden Moment. Die Konzessionen für die Kraftwerke Mattmark sowie Ackersand 1 und 2 laufen im Jahr 2045 aus. Damit stellt sich die Frage, wie wir diese wertvolle Ressource in Zukunft nutzen wollen.

Die Energiestrategie des Bundes und die kantonalen Vorgaben zeigen klar die Richtung: Die Wasserkraft soll weiter gestärkt und gezielt ausgebaut werden, insbesondere zur Sicherung der Winterstromproduktion, zur Stabilisierung der Stromversorgung und zur nachhaltigen Weiterentwicklung der Anlagen.

Handlungsleitsätze

Die zukünftige Nutzung der Wasserkraft orientiert sich an klaren und gemeinsamen Grundsätzen.

Die Wasserkraft gehört zur Region und soll im Interesse der Bevölkerung genutzt werden. Die Gemeinden übernehmen Verantwortung über die gesamte Wertschöpfung und stellen sicher, dass zentrale Entscheidungen in der Region getroffen werden.

Die Wasserkraft leistet einen wesentlichen Beitrag zu einer zuverlässigen Energieversorgung für Bevölkerung und Wirtschaft. Ziel sind stabile, nachvollziehbare und bezahlbare Bedingungen, die die Region als attraktiven Lebens- und Wirtschaftsraum stärken.

Die Gemeinden verfolgen das Ziel, die Wasserkraft langfristig in einer gemeinsamen Struktur (3 Kraftwerke in einer Gesellschaft) zu bündeln. Dadurch werden Effizienz, Steuerung und regionale Einflussmöglichkeiten gestärkt.

Die Wasserkraft soll einen nachhaltigen Beitrag zur regionalen Wirtschaft leisten. Ziel ist, Arbeitsplätze zu sichern, regionale Unternehmen einzubeziehen und die Wertschöpfung möglichst in der Region zu halten.

Die Nutzung der Wasserkraft erfolgt im Einklang mit Natur und Umwelt. Dabei werden ökologische Anforderungen ebenso berücksichtigt wie die vielfältigen Funktionen des Wassers für Trinkversorgung, Landwirtschaft und Schutz vor Naturgefahren.

Die Wasserkraft wird gezielt weiterentwickelt, um den Anforderungen der zukünftigen Energieversorgung gerecht zu werden. Im Fokus stehen Speicherfähigkeit, Flexibilität und eine langfristig sichere Position im Energiesystem.

Die Gemeinden arbeiten eng zusammen und treten geeint auf. Eine koordinierte Vorgehensweise stärkt die Position der Region und ermöglicht nachhaltige und abgestimmte Lösungen.

Die zukünftige Nutzung der Wasserkraft ist technisch, wirtschaftlich und organisatorisch sehr anspruchsvoll. Die Gemeinden sind deshalb bewusst auf die Zusammenarbeit mit starken strategischen Partnern angewiesen. Diese bringen notwendiges Fachwissen, Erfahrung und finanzielle Stärke ein und tragen wesentlich zum Erfolg der Projekte bei. 

Grundlegende strategische Entscheidungen werden durch die Bevölkerung getroffen. Transparente Prozesse und klare Etappenschritte sichern die demokratische Verankerung.